Warum laufen Batterien aus?
Warum laufen Batterien aus? So reinigst du Kontakte und das Batteriefach

Warum laufen Batterien aus?

Batterien laufen zum Glück immer seltener aus. Denn in den letzten Jahren hat die Technik enorme Fortschritte gemacht.

Meistens sind Batterien praktisch und hilfreich. Zuverlässig liefern sie die notwendige Energie für elektrische Geräte, unabhängig von einer Steckdose. Deshalb sind Batterien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Aber manchmal machen die kleinen Energiespender echten Ärger. Insbesondere dann, wenn eine Batterie ausläuft und so das Batteriefach verschmutzt. Im schlimmsten Fall kann die ausgelaufene Batterie sogar das Gerät beschädigen.

Ausgelaufene Micro-Batterien (AAA) verschmutzen Batteriefach
Ausgelaufene Micro-Batterien (AAA) verschmutzen Batteriefach

Doch warum laufen Batterien eigentlich aus? Und was musst du bei der Reinigung beachten? Beide Fragen beantworte ich hier auf der Seite.

Häufige Ursachen, warum Batterien auslaufen

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Flüssigkeit einer Batterie ausläuft:

  • Du nutzt die Batterie überhaupt nicht
  • Du benutzt alte und neue Batterien gleichzeitig
  • Du hast die Batterie unsachgemäß behandelt

Selbst wenn du alle Ratschläge beherzigst und alles richtig machst, können Batterien auslaufen. Diese Fälle zähle ich zu Material- oder Herstellungsfehlern. Bei Millionen von Batterien, die jedes Jahr hergestellt werden, können nicht alle perfekt sein.

Doch zunächst will ich eine Sache klarstellen. Wenn ich hier von Batterien spreche, meine ich Alkali- oder Zink-Kohle-Batterien. Falls Schwefelsäure aus deiner Autobatterie ausläuft, musst du sehr viel vorsichtiger sein.

Wieso laufen Batterien aus?

Um zu verstehen, warum Batterien auslaufen, holen wir etwas aus. Dazu erkläre ich dir das Prinzip, wie eine Batterie funktioniert.

Eine runde Batterie wie die typische Mignonzelle besteht aus einem Pluspol und einem Minuspol:

  • Den Pluspol erkennst du am runden Hubbel auf der einen Stirnseite.
  • Die andere Stirnseite bildet den Minuspol. Diese Seite ist meist flach.

Bei einer Mignonzelle besteht der Pluspol zum Beispiel aus einem Metalltopf. In diesem Topf steckt das sogenannte Elektrolyt und darin die negative Elektrode.

Metallbecher einer Mignonzelle bildet den Pluspol
Metallbecher einer Mignonzelle bildet den Pluspol

Bei der austretenden Flüssigkeit handelt es sich um das Elektrolyt. Elektrolyt besteht aus zinkhaltiger Kalilauge. Mit dieser Flüssigkeit ist eine dünne Trennschicht zwischen der Anode und Kathode getränkt.

Eigentlich ist das Elektrolyt nur für den Transport der Ladung innerhalb der Batterie verantwortlich. Weil das Elektrolyt flüssig ist, kann es auslaufen.

Zink-Kohle vs. Alkali-Mangan Batterien

Die gute Nachricht ist: Batterieflüssigkeit läuft vor allem bei Batterien der älteren Generation aus. Das sind die Zink-Kohle-Batterien. Bei den neueren Alkali-Mangan- oder Lithium-Batterien brauchst du dieses Risiko weniger zu fürchten.

Bei den älteren Zink-Kohle-Batterien hat sich das Elektrolyt durch den äußeren Blechmantel gefressen. Im Laufe der Zeit entstanden kleinste Löcher in der äußeren Batteriehülle. Deshalb ist das Elektrolyt ausgelaufen.

Moderne Alkali-Mangan-Batterien laufen sehr viel seltener aus. Falls sie dennoch auslaufen, passiert das am flachen Minuspol der Batterie. Dort ist ein Überdruckventil eingebaut. Deshalb ist der Minuspol die Schwachstelle beziehungsweise die Sollbruchstelle.

Plus- und Minuspol der Mignon-Batterien
Plus- und Minuspol der Mignon-Batterien

Im Inneren der Batterie sorgen chemische Prozesse dafür, dass Strom erzeugt wird. Sollte diese chemische Reaktion außer Kontrolle geraten, entstehen Hitze und Gase. Damit die Batterie nicht explodiert, leitet das Ventil den Überdruck nach außen. Die Batterie läuft aus.

Vor allem, wenn die Batterie schon sehr weit entladen ist, hat das Elektrolyt leichtes Spiel.

Nach meiner Erfahrung reagieren Alkali-Mangan-Batterien sehr sensibel darauf, wenn du Batterien mit unterschiedlichem Ladungszustand mischst.

Zuletzt sind mir drei Micro-Zellen (AAA) im Batteriefach ausgelaufen.

Ausgelaufene Batterie reinigen

Bei einer Notenpultleuchte habe ich den Fehler gemacht alte und neue Batterien zu mischen. Weil die Notenpultleuchte keinen Ausschalter hat, entfernte ich einfach die mittlere Batterie. So konnten sich die LEDs nicht versehentlich in meinem Rucksack einschalten.

Jetzt hatte ich allerdings zwei LED-Notenpultleuchten in meinem Rucksack. Und folglich auch zwei Micro-Batterien als “Schalter”. Bei jedem Einsatz wählte ich zufällig eine der beiden Micro-Batterien aus, die in meinem Rucksack lagen.

Weil ich eine Notenpultleuchte viel öfter verwendete, haben sich die verbliebenen Batterien schneller entladen. Aber die Micro-Batterien, die ich als Schalter verwendete, konnte noch genügend Strom liefern.

Bis ich nach einigen Monaten das Batteriefach öffnete. Der Deckel war schon ziemlich verklebt. Beide Batterien waren ausgelaufen. Diese ausgelaufenen Batterien sind übrigens der Grund, warum ich diesen Blogpost hier schreibe.

Kontakte säubern und Reste entfernen

Ist die Batterieflüssigkeit ausgelaufen, solltest du das betroffene Batteriefach umgehend reinigen. Die flüssigen oder bereits auskristallisierten Rückstände entfernst du am besten mit einem feuchten Tuch und Wattestäbchen.

Ausgelaufene Batterien im Batteriefach
Ausgelaufene Batterien im Batteriefach

In besonders hartnäckigen Fällen kannst du eine alte Zahnbürste oder Zahnstocher verwenden. Damit rückst du gröberen und hartnäckigen Verschmutzungen zu Leibe. Gehe bei der Reinigung behutsam vor, damit die Elektronik keinen Schaden nimmt.

Ist das Batteriefach stärker verschmutzt, kannst du statt Wasser auch einen Essigreiniger oder Reinigungsalkohol verwenden. Lasse den Alkohol oder Essig kurz einwirken. Danach wischst du die Rückstände der Batterieflüssigkeit mit einem feuchten Tuch aus.

Zudem solltest du darauf achten, dass die Batteriekontakte danach blitzblank sind.

Rückstände des Elektrolyts entfernen

In ganz schlimmen Fällen kannst du die weißlich-grüne Kruste von den Metallkontakten abschleifen. Ein Glasfaser-Reinigungspinsel oder Schmirgelpapier eignen sich am besten dafür. Schleife damit die Kristalle vorsichtig von den Kontakten an.

Benutze den Glasfaser-Pinsel oder Schmirgelpapier jedoch nur als absolute Notlösung.

Denn mit dieser mechanischen Methode wirst du die Oberfläche der Kontaktfedern beschädigen. Es entstehen zwar nur winzige Kratzer in der Metalloberfläche. Dort können die Kontakte danach anfangen zu rosten.

Mit Schmirgelpapier trittst du also einen Teufelskreis los.

Was läuft aus der Batterie aus?

Wenn eine Batterie ausläuft, bildet sich eine typisch weiße, krümelige Kruste am Rand der Batterie. Mit der Zeit sammelt sich das Elektrolyt im Batteriefach.

Wie oben erwähnt, läuft das Elektrolyt am Minuspol der Batterie aus. Je nach Batterietyp sind das folgende Stoffe:

  • Ammoniumchlorid bei Zink-Kohle-Batterien, reagiert leicht sauer
  • Kaliumhydroxid bei Alkali-Mangan-Batterien, reagiert basisch

Wenn eine Batterie ausläuft, ist das Elektrolyt im flüssigen Zustand sehr ätzend und gesundheitsgefährdend. Die Namen Ätzkali, Kalilauge machen das vielleicht deutlicher als die chemische Bezeichnung Kaliumhydroxid.

Elektrolyt einer Alkali-Batterie besteht aus Kaliumhydroxid, Kalilauge, Ätzkali
Elektrolyt einer Alkali-Batterie besteht aus Kaliumhydroxid, Kalilauge, Ätzkali

Das Zeug ist jedoch so reaktionsfreudig, dass Kaliumhydroxid sofort an der Luft reagiert.
Es entsteht Kaliumcarbonat das eher ungefährlich ist. Sobald das Wasser verdunstet ist, kristallisiert Kaliumcarbonat zur typisch weißen Kruste.

Kaliumcarbonat ist sehr gut wasserlöslich. Deshalb kannst du die Reste der ausgelaufenen Batterie sehr gut mit einem feuchten Lappen reinigen.

Wie giftig ist eine ausgelaufene Batterie?

Verharmlosen möchte ich die weiße Kruste nicht. Niemals würde ich meine Kinder eine ausgelaufene Batterie berühren lassen. Und komme bitte nicht auf die Idee ein Taschentuch mehrfach mit etwas Spucke anzufeuchten. Dann hast du ätzendes Kaliumhydroxid im Mund.

Mit etwas Vorsicht kannst du eine ausgelaufene Batterie ganz gut selbst reinigen. Achte einfach darauf, dass du die ausgelaufene Flüssigkeit nicht auf die Haut oder in die Augen bekommst.

Nachdem du alles sauber gemacht hast, solltest du deine Hände gründlich mit Seife waschen. Sonst könntest du Elektrolyt-Reste von deinen Fingern später in die Augen reiben.

Wie gesagt, gründliches Auswaschen mit Wasser hilft und ist vollkommen ausreichend. Gleiches gilt, falls die Krümel einer ausgelaufenen Batterie auf dein T-Shirt, deine Couch oder den Teppich gefallen sind.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du bei der Reinigung einfach Gummihandschuhe anziehen.

Die ausgelaufene Batterie kannst du ganz normal über Sammelboxen entsorgen. Das gilt für alle Alkali- und Zink-Kohle-Batterien. Auf keinen Fall darfst du Batterien in den Hausmüll schmeißen.

Das Gerät kannst du weiter betreiben

Ausgelaufene Batterieflüssigkeit ist längst kein Todesurteil für deine Taschenlampe, Fernbedienung, Spielzeug oder Funkwecker. In der Regel kannst du alle Gerätschaften weiterhin verwenden.

  1. Entferne alle alten Batterien, nicht nur die ausgelaufene Batterie
  2. Säubere das Batteriefach und entferne die weiße Kruste

Sobald du das Batteriefach vollständig von der ausgelaufenen Batterieflüssigkeit gesäubert hast, kannst du das Gerät ganz normal weiter betreiben.

Tausche unbedingt alle Batterien aus, selbst wenn nur eine Batterie ausgelaufen ist.

Achte nach der Reinigung darauf, dass das Batteriefach vollständig trocken ist, bevor du neue Batterien einsetzt. Denn mit einem feuchten Lappen bringst du Feuchtigkeit in das Gerät.
Und generell ist es eine ziemlich schlechte Idee, wenn du Strom mit Feuchtigkeit verbindest.

Ansonsten besteht keinerlei Gefahr für dich oder das Gerät. Vorausgesetzt natürlich, die Batterieflüssigkeit ist nicht bereits bis ins Innere des Geräts vorgedrungen. Sollte das passiert sein, würde ich das Gerät aufschrauben.

Falls du dir das nicht zutraust, lasse das Gerät zur Sicherheit von einem Fachmann prüfen. Ansonsten kann es zu Fehlfunktionen oder einem Kurzschluss kommen.

5 Tipps, um ausgelaufene Batterien zu vermeiden

Es ist einfacher das Auslaufen der Batterien zu vermeiden als das Batteriefach zu putzen.

Mit ein paar einfachen Punkten verhinderst du, dass Batterieflüssigkeit ausläuft. Die wichtigsten Tipps hast du bereits gelesen. Außerdem findest du auf jeder Batteriepackung Warnhinweis, was du auf keinen Fall mit Batterien machen darfst:

  1. Batterien nicht ins Feuer werfen
    Zu dieser Warnung muss ich hoffentlich nichts erklären.

  2. Versuche nicht Alkali-Batterien aufzuladen
    Eine Batterie ist kein wieder aufladbarer Akku. Deinen Handyakku kannst du jeden Tag aufladen. Das darfst du nicht mit einer Einweg-Batterie versuchen.
    Es gibt jedoch Auffrischungsgeräte, die bis zu 80 % der Batterie-Kapazität wiederherstellen sollen. So ein Gerät will ich demnächst testen.

  3. Entferne Batterien aus Geräten
    Ungenutzte Batterien sind besonders anfällig auszulaufen. Spätestens nach anderthalb Jahren solltest du die Batterien ausbauen, wenn du das Gerät nicht regelmäßig benutzt. Am besten entfernst du die Batterien früher.
    Hast du noch Batterien in einem Gerät, das du seit mehreren Monaten oder gar Jahren nicht mehr benutzt hast? Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Batterieflüssigkeit austritt.
    Diese Erfahrung musste ich selbst bei einem Radiorekorder machen. Über zwei Jahre fristete er sein trostloses Dasein im Keller. Im Batteriefach schlummerten 4 Babyzellen. Ich weiß nicht mehr, wann ich das Ding zum letzten Mal eingeschaltet hatte.
    Als ich den Keller aufgeräumt habe, machte ich das Batteriefach auf. Ich blickte auf eine weiße Kruste auf den Batterien. Der Radiorekorder wanderte zum Elektroschrott, nachdem ich die Batterien entsorgt hatte.
    Für mich war es eine Lehre. Aus jedem Gerät das in den Keller wandert, entferne ich die Batterien.

  4. Alte und neue Batterien mischen
    Die meisten Geräte haben ein Batteriefach für mehr als eine Batterie. Sobald die Batterien leer sind, musst du alle Batterien gleichzeitig austauschen.
    Batterien mit unterschiedlichem Ladungszustand solltest du nicht zusammen benutzen. Diese Erfahrung musste ich bei der Notenpultleuchte machen.

  5. Beschädige keine Batterien
    Batterien können auch auslaufen, wenn du sie beschädigst. Da reicht es schon, wenn das Gerät herunterfällt oder du mit Schraubenzieher abrutscht.

Zu nahezu jedem technischen Gerät gibt es eine Anleitung des Herstellers. Das sind die kleinen Hefte, die jedem Gerät beiliegen. Darin findest du alle Hinweis, wie du dein Gerät richtig behandeln musst.

Riskiere mal ein Blick in diese Anleitung. Häufig sind sie zwar schlampig übersetzt. Die Hersteller geben trotzdem einige Hinweise wie du das Gerät richtig benutzen sollst. Und mit diesen Basistipps werden deine Batterien seltener auslaufen.

Beachte diese Tipps, dann hast du in Zukunft weniger Ärger. Und selbst eine ausgelaufene Batterie bedeutet noch lange nicht das Ende deines Geräts.

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